Dessauer Strabe 6-7
Kreuzberg
Hours: Tuesday thru Saturday: 11:00 - 18:00 (11 AM - 6 PM)
MAP Website
Die Galerie wurde 2002 von Johann König gegründet und vertritt aktuell 20 internationale, sowohl aufstrebende als auch bereits etablierte Künstler zumeist jüngerer Generation. Ihr Schwerpunkt liegt auf medienübergreifenden, konzeptorientierten und raumbezogenen Ansätzen. Das mediale Spektrum umfasst Skulptur, Video, Sound, Malerei, Grafik, Fotografie und Performance.
Seit 2006 befindet sich die Galerie in einer ehemaligen Industriehalle in der Nähe des Martin-Gropius-Baus und der Neuen Nationalgalerie, nachdem sie ihren ersten Standort am Rosa-Luxemburg-Platz gegenüber der Volksbühne hatte. Neben den alle vier bis fünf Wochen wechselnden Einzelausstellungen finden regelmäßig kuratierte Gruppenausstellungen, die Veranstaltungsreihe performancelectureseries und das Ausstellungsformat der backyardoutdoorsculptureseries statt.
Johann König nimmt kontinuierlich an internationalen Kunstmessen wie der Art Basel, Frieze Art Fair London, Fiac Paris und Art Basel Miami Beach teil. Nicht nur dort vermittelt er erfolgreich Arbeiten an eine Vielzahl privater und öffentlicher Sammlungen, darunter etwa jene des Museum of Modern Art, New York und der Guggenheim Foundation. Die vertretenen Künstler haben weltweit institutionelle Einzelausstellungen und sind an Gruppenausstellungen wie der documenta und den Biennalen in Venedig, Berlin, New York u.a. beteiligt. Sie erhielten wichtige Preise und öffentliche Aufträge, etwa zu Kunst-am-Bau-Projekten.
*****************************
The gallery was founded by Johann König in 2002, and currently represents 20 international, emerging and established artists, mostly belonging to a younger generation. The program’s focus is on interdisciplinary, concept-oriented and space-based approaches in a variety of media: including sculpture, video, sound, painting, printmaking, photography and performance.
Since 2006, the gallery is located in a former industrial building near the Martin-Gropius-Bau and the New National Gallery, after moving from its original location at the Rosa-Luxemburg-Platz across from the Volksbühne. In addition to alternating, four to five weeks solo exhibitions, the gallery regularly hosts curated group shows, and the performancelectureseries.
Johann König, Berlin participates in several international art fairs such as Art Basel, Frieze Art Fair, London, FIAC, Paris and Art Basel Miami Beach. The gallery has successfully placed works in a variety of private and public collections, including the Museum of Modern Art in New York and the Guggenheim Foundation. The artists represented have solo exhibitions with institutions worldwide, and regularly partake in prestigious group exhibitions, such as the documenta and the biennials in Venice, Berlin, New York and others. They have been awarded many important prizes, commissions and outdoor projects.
Apr 27, 2012 - May 26, 2012
OPENING IS DURING "GALLERY WEEKEND BERLIN" ON FRIDAY, 27 - APR - 2012, 18:00 - 21:00 (6 PM - 9 PM)
SPECIAL OPENING HOURS:
SATURDAY, 28 - APR - 2012, 11:00 - 19:00 (11 PM - 7 PM)
SUNDAY, 29 - APR - 2012, 11:00 - 19:00 (11 PM - 7 PM)
Johann König, Berlin ist sehr erfreut, anlässlich des Gallery Weekend 2012 erstmals Katharina Grosse präsentieren zu dürfen. Keine andere zeitgenössische Position kennt einen derart radikalen Umgang mit den Mitteln der Malerei; keine befragt die Tangenten eines möglichen Weltbezugs intimer und vermittelt ihren Ansatz mit einem solch spektakulären Bildereignis.
Katharina Grosses Malerei schlägt sich auf vielfältigen Gründen nieder; auf den Wänden von Ausstellungsräumen, Hausfassaden, Wohnräumen genauso wie auf Aufschüttungen von Erde, Ballons, großformatigen Styroporobjekten sowie Leinwänden und Papier. In unserer Ausstellung They Had Taken Things Along To Eat Togetherintegriert Katharina Grosse neben Galerie- und Lein-Wänden voluminöse, laminierte Styroporobjekte, ein Sofa und einen Teppich, in ihre Malerei.
Katharina Grosses in-situ Malerei bedarf eines architektonischen Raumes insofern, als dass sie sich auf ihm und in Differenz zu ihm zeigt. Grosse besetzt einen Ort und stellt ihm mittels der addierten Oberfläche unendliche Möglichkeiten an Raum- und Zeitkoordinaten gegenüber. Ein Raum, welcher der euklidischen Geometrie folgt, wird so mit einem Raum verbunden, dessen Ausdehnung keiner Koordinaten bedarf. Diese Malerei wird selbst zum Volumen und bewirkt damit Bedarf an einer Neu-Skalierung – ja einer Neubewertung – angenommener Verhältnisse. Die verschiedenen Objekte; ihre Relation zur gegebenen Architektur und zum Betrachter werden durch Grosses Malerei ihrer ursprünglichen Verhältnismäßigkeit enthoben und in ein offenes Bezugsystem überführt. In diesem bestehen die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen und die unendliche Ausdehnung eines komprimierten Raumes nebeneinander.
Die Farbigkeit in Grosses Arbeiten führt die Möglichkeit des Nachvollzugs einer Bewegung bzw. einer Ausdehnung ein. Somit kommt die Farbe nicht ihrer selbst Willen zum Einsatz; sie ist bei Katharina Grosse eher ein Lackmusstreifen für Relationen und Raumbedingungen. Im Gegensatz zu den expansiven verlangsamten Handlungen im Raum werden in den Leinwandarbeiten die Handlungen durch Überlagerungen extrem verdichtet und dadurch beschleunigt. Die großen komprimierten Bewegungen, die weit über das Bildfeld der Leinwand hinausgehen, werden gerade durch sie in Bildlichkeit örtlich gebündelt. Die Umkehr dieses Verhältnisses findet sich in den ‚Leerstellen’, die sowohl in den Leinwänden als auch in der Malerei im Raum auffallen. Obwohl sich die Malerei an diesen Stellen nicht hat niederschlagen können, fand sie trotzdem keine Unterbrechung. Im Fall der in-situ Malerei befanden sich während des Entstehungsprozesses an den nun ‚leeren Orten’ Leinwände. Diese wurden nach der Fertigstellung zwar entfernt; stellen jedoch auch in ihrer Absenz Teil der raumgreifenden Bewegung dar. Trotz ihrer Eigenständigkeit tragen und sind diese Leinwände ein ‚Bild-Ausschnitt’.
Ebenso wie auch Katharina Grosse im Schaffensprozess ihrer Arbeiten niemals von nur einem Standpunkt aus agiert – und das nicht nur, weil Sehen und Verstehen zu allererst immer auch Bewegungsind – ergibt sich beim Durchschreiten der Ausstellung mit jedem neuen Blick eine immer neue Malerei. Vergleichbar einer mathematischen Iteration ergeben sich dadurch unendliche Annäherungspunkte, wobei keine dieser Perspektiven den Anspruch erhebt, das Ganze vermitteln zu können; geschweige denn, die eine,richtige zu sein. Grosses Denken, das beständige Erneuerung, variable Perspektivierung und eine Präferenz für eine Art Musilschen Möglichkeitssinn auszeichnen, steht einer abendländischen Tradition gegenüber, die das vermeintlich Objektive, die Abstraktion und das Statische als Bezugspunkt gewählt hat und aus diesen Konventionen eine Verbindlichkeit zu entwickeln sucht. Der Betrachter begegnet in ihrem Werk einer Bildform, die sich in ihrer Offenheit und Variabilität einem tradierten System entzieht und zu dessen Genese es keiner Abstraktion der gegenständlichen Welt bedurfte. In unsere Lebenswelt übertragen, lassen sich daraus neben ästhetischen, vor allem auch gesellschaftspolitische Fragestellungen entwickeln.
Katharina Grosses Arbeiten wurden durch Einzelpräsentationen in renommierten Institutionen wie dem Hammer Museum in Los Angeles, dem Denver Art Museum
in Colorado, dem Palais de Tokyo in Paris, dem De Appel Center for Contemporary Art in Amsterdam, der Kunsthalle Kiel, dem Museum für Neue Kunst in Freiburg, dem Kunstmuseum Bonn oder dem Lenbachhaus in München einem breiten Publikum bekannt. Darüber hinaus wurden ihre Installationen und Sprühmalereien weltweit
in diversen Gruppenausstellungen sowie Biennalen gezeigt und sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Darunter befinden sich das Centre Pompidou, Paris, das Museum of Modern Art, New York, das Kunsthaus Zürich oder in Deutschland die Kunstsammlung NRW, Düsseldorf.
SPONSORED LINKS